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Montag, 6. Januar 2003


Bürger verstehen


Ich bin ja echt nicht besonders hip, trendy, unspießig oder sowas. Wenn ich aber an das geballte bürgerliche Lager denke, mit dem ich die letzten Jahre beruflich zu tun hatte, dann graust es mich noch jetzt. Es ist nicht so, dass Bürger, also Lehrer, Pastoren, Beamte und so Leute nicht informiert oder uninteressiert wären über das, was alles so passiert. Sie haben einfach nur eine ziemlich dichte Firewall. Aus Mitleid zum Beispiel gegenüber armen Menschen. Das sind dann ziemlich alle, die kein so schönes geregeltes bürgerliches Leben mit Häusern, Vereinen und Vorständen haben. Ganz egal ob in einem anderen Stadtteil oder am Ende der Welt. Vielleicht regt die Lokalreporterin auch einfach dazu an, sich von der bürgerlichsten aller bürgerlichen Seite zu präsentieren und auf Verständnis zu hoffen. Bürger zu verstehen ist ein ganz schön harter Job.



chaos ++

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Sonntag, 5. Januar 2003


Living in cyberland


"So genannte „Killer“ sammeln Wissen über die Spielwelt nur, um ihre Mitspieler zu dominieren. Die „Aufstrebenden“ wollen in der Spielwelt möglichst bald Macht, Ansehen und ein sorgenfreies Leben genießen. „Entdecker“ erforschen die Spielwelt ausführlich, um sie so innig wie möglich zu erleben. Die „Geselligen“ dagegen interessieren sich vor allem für ihre Mitspieler – und zwar für die realen Personen, nicht für die von ihnen gespielten Charaktere."
In der aktuellen Zeit gibt es einen ganz interessanten Artikel über Online-Rollenspiele. Das Leben im cyberland als second chance. Wenigstens zeitweise Flucht aus der Realität oder Bereicherung? Wirtschaftswissenschaftler und Psychologen wollen genau wissen, was die Leute ins Internet treibt. Wobei mich das Interesse der Wirtschaftswissenschaftler schon wieder sehr misstrauisch stimmt. Was geht denn die das an?


cyberland ++

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Bücher und Gespräche


Noch 'ne Rückschau: Wenn die eine vom anderen das Buch Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg geschenkt bekommt und der andere von der einen den Globalisierungsatlas, dann können Sie jetzt mal raten, worüber die beiden in der letzten Zeit so geredet haben.



politics ++

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Samstag, 4. Januar 2003


Projektionen


Mit einer Handbewegung und einem umwerfenden Lächeln wischte sie die ganze Diskussion weg. Es ist schon ein paar Wochen her, dass Alice Cherki in Hamburg war, um dort ihr Buch Frantz Fanon. Ein Porträt vorzustellen. Ich habe dessen Bücher irgendwann zwischen den Zeiten gelesen und einigermaßen unergiebig mit einigen Altmarxisten diskutiert. Später erlebte Fanons Theorie ein Comeback. Im Rahmen der postcolonial theory. Da allerdings drehten sich viele Diskussionen darum, ob Fanons Gewaltsbegriff legitim sei. Er hätte der revolutionären Gewalt das Wort geredet. Seine Bücher die Legitimation fürs Blutvergießen.

"Alles Quatsch," meinte dazu Cherki, eine ehemalige Kollegin Fanons und auch Kämpferin im algerischen Befreiungskrieg. Fanon habe mit nüchternem Kopf das Verhältnis zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten analysiert, das ein gewaltvolles sei. Kein Aufruf zum Morden, sondern die Erklärung des Mordens.

Jean-Paul Sartre hatte in seinem Vorwort zu "Die Verdammten dieser Erde" geschrieben: "Einen Europäer erschlagen heißt zwei Fliegen auf einmal treffen, nämlich gleichzeitig einen Unterdrücker und einen Unterdrückten aus der Welt zu schaffen. Was übrig bleibt, ist ein toter Mensch und ein freier Mensch". Da dachten wohl viele, jetzt geht es ihnen an den Kragen und in unzähligen Aufsätzen wurde fortan über die Legitimität von Fanons Gewaltbegriff gestritten. Wie unsinnig. Wie schön, dass die alte Dame mein erstes Lesen wieder zurecht rückte.



politics ++

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Donnerstag, 2. Januar 2003


crazy dreams


Bevor sich das Leben dann in einen Fantasyroman verwandelte, schwirrte mir alles mögliche im Kopf herum. Merkwürdigerweise auch immer wieder Textsequenzen von Elfriede Jelinek. Ein paar ihrer Bücher hatte ich vor ewigen Zeiten einmal gelesen. Eine Lieblingsautorin war sie nie. Gerade lese ich ihre Biografie. Ob sie wohl auch eine Psychose hatte? Eine Psychose ist wie ein LSD-Trip, erklärte mir der Arzt. Soso, ich kriege das auch ohne Pillen oder Pilzchen hin. Beides hatte ich seinerzeit als es in meinem Umfeld kursierte abgelehnt, aus Angst, wie weise. Wenn also eine Psychose wie ein mieser Dropentrip ist, dann gibt es auch einen Kater nach dem Rausch. Ist ja logisch. Aber irgendwann hört ja eigentlich jeder Kater mal wieder auf?! Heute habe ich so ein Gefühl. Es ist ein sehr schönes Gefühl.



health ++

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Freitag, 13. Dezember 2002


Waffenhändler werden Zeitungsverleger


"Damit ist eine uralte Befürchtung wahr geworden: Einige der größten Medien befinden sich im Besitz von Waffenhändlern. Das verheißt im Hinblick auf den sich anbahnenden Irakkrieg nichts Gutes. Denn man kann vermuten, dass die beiden Mediengiganten nicht unbedingt energisch gegen eine militärische Intervention gegen Bagdad opponieren werden."
Es geht um die beiden französischen Konzerne Dassault und Lagardère. Ignacio Ramonet hat in der brandneuen Le Monde diplomatique in seinem Beitrag Ware Information ein kleines *wer mit wem* der europäischen Medienindustrie geschrieben. Schöner Überblick. Aber eine sehr gruselige Perspektive.


politics ++

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